Bevor wir über Aktien, ETFs oder Vermögensaufbau reden, müssen wir einen Schritt zurückgehen. Ganz nach vorne, zum Fundament. Denn wer jeden Monat Angst vor der nächsten Rechnung hat, trifft keine klugen Entscheidungen, sondern hektische.
Die gute Nachricht: Dieses Fundament baust du mit erstaunlich wenigen Regeln.
Das ist die wichtigste Regel überhaupt, und sie ist uralt. Sobald dein Gehalt auf dem Konto ist, gehen mindestens 10 Prozent sofort weg. Nicht am Monatsende, nicht „wenn etwas übrig bleibt“, sondern sofort.
Ich habe es jahrelang andersherum versucht. Am Monatsende wollte ich schauen, was übrig ist, und das dann sparen. Das Problem: Am Monatsende begann in meinem Kopf jedes Mal dieselbe Diskussion. Irgendeinen Grund, das Geld doch noch auszugeben, gab es immer. Übrig blieb meistens nichts.
Heute läuft es umgekehrt. Das Geld ist weg, bevor ich überhaupt darüber nachdenken kann, und ich komme mit dem Rest aus. Ohne Wenn und Aber.
Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang die 10 Prozent auf ein Tagesgeldkonto überweist. Das kostet nichts und ist online in ein paar Minuten erledigt.
Der Trick dabei: Du triffst die Entscheidung nur ein einziges Mal. Danach musst du nie wieder mit dir selbst verhandeln.
Kleiner Zusatztipp: Gib dem Konto in deiner Banking-App einen Namen wie „Meine Sicherheit“ oder „Nicht anfassen“. Klingt banal, aber es macht einen Unterschied, ob du Geld von „Tagesgeld“ abhebst oder von „Nicht anfassen“.
Wenn dir 10 Prozent unmöglich vorkommen, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf deine Ausgaben. Welche Abos laufen eigentlich noch? Streaming, Fitnessstudio, Apps? Wie oft wird Essen bestellt, wie oft der Kaffee vom Bäcker geholt?
Du wirst überrascht sein, wie viel Geld jeden Monat einfach verschwindet, ohne dass du es merkst.
Wichtig: Du musst nicht auf alles verzichten. Nur diese 10 Prozent sind tabu. Den Rest darfst du weiterhin für Dinge ausgeben, die dir Freude machen.
Aus deinen 10 Prozent wächst nach und nach dein finanzielles Polster. Ein bewährter Richtwert sind drei Monatsausgaben. Bei Selbstständigen kann ein größerer Puffer sinnvoll sein.
Klingt viel? Ist es am Anfang auch. Aber irgendwann blickst du zurück und schmunzelst darüber, dass dir das mal unerreichbar vorkam.
Die kaputte Waschmaschine, die Autoreparatur oder ein plötzlicher Jobverlust können schnell teuer werden. Das neue Smartphone im Angebot gehört nicht dazu, und auch nicht Urlaub oder Weihnachten. Dafür sparst du separat.
Und wenn du doch einmal etwas aus dem Notgroschen entnehmen musst, gilt eine einfache Regel: Danach wieder auffüllen.
Der Dispokredit wirkt harmlos, weil er einfach da ist. Genau das macht ihn so gefährlich. Die Zinsen können deutlich höher sein als bei normalen Krediten und summieren sich schnell.
Kein Sparkonto und keine vernünftige Geldanlage kann sinnvoll gegen hohe Dispozinsen anarbeiten. Wenn du dauerhaft im Minus bist, sollte das Ausgleichen deshalb oberste Priorität haben.
Bevor dein Geld für dich arbeiten kann, musst du lernen, es zu kontrollieren. Und das beginnt nicht an der Börse, sondern mit einem einzigen Dauerauftrag.
Du möchtest tiefer einsteigen?
In meinem Buch „Geld verstehen. Zukunft gestalten.“ erkläre ich die Grundlagen Schritt für Schritt und ohne Fachchinesisch.
Mehr über das Buch erfahren